sich anpassen müssen?Aussteigen, Alternativen schaffen, soziales Engagement, Selbstverwirklichung in Ideen statt im Geld suchen - das klingt nach Spontanität und Lebenslust, während die Vernünftigeren uns auslachen, "das bringt doch nichts", oder gar wegen der vergnüglichen Fehlschläge früherer Jahre spotten, wir Phantasten und Aussteiger seien nicht up to date. Was ist denn up to date? Mitmachen, anpassen, mehr verdienen als die andern? Ja, stimmt, die Freiheiten der 90iger wurden in früheren Jahrzehnten erkämpft, und jetzt ist eine zynische Hoffnungslosigkeit up to date, man kann schon seine besten Freunde! vernünftig reden hören. Aber es wird eng, die Idealisten kann man zwar auslachen, und Arbeitslosen sind angeblich selbst schuld, doch wenn der neoliberale Wirtschaftsfundamentalismus ganze Länder ruiniert, hat das ernste soziale Folgen vom Fremdenhaß bis zu Bürgerkriegen. Und die (eigentlich postliberalen) sozialistischen Regierungen des Westens (Blair, Clinton, Schröder usw.) schaffen es nicht, sich wirklich vom Liberalismus zu verabschieden, sie führen sogar Krieg für die alte Doktrin. Die Zukunft können wir nicht dem Großen Bruder überlassen, Regierungen haben immer einen Hang zum Konservativen, und so wie die Eltern es wollten, wird es auch nie mehr werden. Veränderungen sind noch nie von oben gekommen, jeder hat Einfluß und Fähigkeiten, jeder einzelne ist für die Veränderung der Gesellschaft in sozialer und ökologischer Richtung zuständig. Nein, es ist dringender denn je, sich nicht anzupassen und Wege zu suchen, die vom Mainstream nicht beachtet werden. Die Bücher dieses Verlages und die Autoren zeigen solche Wege anders zu leben, anders zu arbeiten, soziale Experimente, alternative Projekte, tolle Ideen, und es macht auch noch Spaß! Und damit auch jene vom Hochleistungskapitalismus Verwöhnte sich eine Vorstellung von Spaß und Arbeit in einem alternativen Verlag/Druckerei machen können: der Kampf für eine authentische Subkultur gegen den Mega-Kommerz-Mainstream findet mit so unzulänglichen Mitteln statt, daß einem manchmal die Tränen kommen. ZB. der Computer, sozusagen Herzstück des Betriebs, findet beim Abholen der Emails in 2 von 3 Fällen das Modem nicht (hilft nur neu booten), oder das Textprogramm (unter windows) findet dauernd den Drucker nicht (manchmal nie), Die Sortiermaschine in der Druckerei streikt bei glatten Papieren, also ist Handarbeit angesagt, aus Sparsamkeit wird ua. auf geschenkten Papierresten anderer Druckereien gedruckt (viel Handarbeit), Flugblätter für selbstorganisierte Festivals sind natürlich umsonst, usw. usw ... das ist keine Selbstausbeutung sondern selbstbestimmte Lebensqualität.Herrmann Weitere Informationen bitte per eMail anfordern: |
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